Der Deutsche Fußballclub Prag

Der Deutsche Fußballclub Prag

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Der 1896 gegründete Deutsche Fußballclub Prag, Vizemeister Deutschlands von 1903, später Stammverein vieler Nationalspieler der Tschechoslowakei stellte im Zuge des Münchener Abkommens 1938 seine Spieltätigkeit ein. Später wurde der Verein behördlich aufgelöst. Eine ganze Reihe der Spieler des DFC wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten deportiert, einige wurden zu Opfern des Holocausts.

Nach 1945 gab es keine Möglichkeit mehr, den Klub zu erneuern. Zu groß waren die Umbrüche dieser Zeit.

Der DFC Prag war in den folgenden Jahrzehnten allenfalls Fußballstatistikern ein Begriff. Nur gelegentlich wurde an den Klub erinnert, immer dann, wenn es um die Erste Deutsche Meisterschaft von 1903 ging. So widmete Günter Grass in seinem Werk „Mein Jahrhundert“ die Geschichte des Jahres 1903 dem besagten Finale von Hamburg-Altona. Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund eröffnet die Abteilung der Deutschen Meisterschaft mit dem Slogan „Prag fast Deutscher Meister“.

2014 entwickelte die deutsche Initiative 1903, die sich in der Tradition des VfB Leipzig sieht die Idee, das erste deutsche Finale zu wiederholen. Im September 2015 unterlag eine Auswahl von Prager Deutschen und Tschechen dem Team der Initiative im Stadion von Aritma Prag mit dem gleichen Ergebnis wie 1903: 2:7.

Dieses historische Match bildete den Auftakt zur Neugründung des Klubs. Diese erfolgte feierlich am 7. Juni 2016 im Rahmen eines Schülermusicals und offiziell am 1. Juli des Jahres. Wenig später wurde der Klub in den Tschechischen Fußballverband aufgenommen, womit er zurückgekehrt ist in die Prager Fußballfamilie.

 

Autor: Thomas Oellermann

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