Nádraží Bubny

Bahnhof Bubny

Period1939-1945
ThemaHolokaust

Während des Zweiten Weltkriegs gingen fast fünfzigtausend Menschen, die mit den Transporten in die Konzentrationslager und Ghettos im Osten Europas gebracht wurden, durch den Bahnhof Bubny. Der größte Teil der deportierten Frauen, Männer und Kinder überlebte nicht.

Der bekannte Schriftsteller Norbert Frýd beschrieb seinen Weg vom Sammellager zum Bahnhof Bubny im Roman „Flaschenpost":

Der letzte Wecker klingelte vor vier Uhr morgens, man wollte uns zum Bubener Bahnhof führen, bevor Menschen auf den Straßen waren. Wir setzten die Rucksäcke auf, draußen wartete eine Eskorte von Gendarmen, aber sie schwiegen, sie trieben nicht an. Wie in einem Leichenzug gaben zwei der langsamsten Großväter das Tempo durch die schlafende Vorstadt an. Dann der Einstieg in die ramponierten Wagen mit Einzeltüren von außen in jedes Abteil; warten und wieder warten, zählen und wieder zählen, aber immer noch zusammen, auf der Bank zusammengekauert, diesen ganzen langsamen Weg nach Theresienstadt zusammen.

Eine weitere Zeitzeugin, Marta Peková, erinnert sich an ihren Gang zum Bahnhof:

Damit wir nicht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wecken, zog dieser traurige Zug noch vor der Morgendämmerung von der Veletržní-Straße zum Bubener Bahnhof. Niemand sprach, nur das Holpern einiger Kinderwagen war zu hören. An beiden Seiten des Zuges gingen Gendarmen mit aufgepflanzten Bajonetten. Sie gingen starr und ihr gelegentlicher Blick auf uns war voller Mitgefühl. Auf dem Bahnhof übernahm uns die SS – wieder das bekannte „los, los“, Brüllen und das Aufrufen nach Nummern und Einsteigen in die vorbereiteten alten Waggons.

Auf dem Platz, wo die Transporte abgingen, steht heute die Skulptur „Tor ohne Rückkehr“ von Aleš Veselý. Die Plastik ist ein Hinweis auf das geplante Zentrum „Denkmal der Stille“ – ein modernes Zentrum für Diskussionen über die Schoah in uns als heutiges Stigma. Mehr über das Projekt bei www.bubny.org.

Tento text vychází z materiálů shromážděných při přípravě vzdělávacího projektu Paměť města – prostorový průvodce po Praze 7, který realizuje obecně prospěšná společnost Památník Šoa Praha. Průvodce bude veřejnosti představen během jara roku 2015.

Die gemeinnützige Gesellschaft Památník Šoa Praha initiierte die Umwandlung des Bahnhofs Bubny in einen modernen Raum für den öffentlichen Dialog über die Schoah in uns als ein Stigma der heutigen Zeit. Zurzeit beschäftigt sie sich vor allem mit der Umsetzung des Umbaus und mit der Erarbeitung eines Konzepts für eine Dauerausstellung in der künftigen GEDENKSTÄTTE DER STILLE. Sie veranstaltet zugleich Ausstellungen und saisongebundene Aktivitäten zur Förderung der Entstehung der Gedenkstätte und bereitet Bildungsprojekte vor.

www.bubny.org

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