Otto Friedländer

Otto Friedländer

Rieger Park, Prag 2

Im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten flüchteten 1933 vor der Gefahr der Verfolgung und Folter tausende politische Gegner des Nationalsozialismus ins Exil. Der Wirtschaftsjournalist und Sozialdemokrat Otto Friedländer war einer der Exilanten, die 1933 ihren Weg in die Tschechoslowakische Repubik fanden. Otto Friedländer war vor seiner Flucht Vorsitzender des Sozialistischen und Republikanischen Studentenverbandes Deutschlands in Berlin und Vorsitzender der Sozialistischen Studenteninternationalen sowie der deutschen Liga für den Völkerbund.

Dank seiner nationenübergreifenden politischen Funktionen konnte er auf ein breites Netzwerk zurückgreifen, als er 1933 nach Prag flüchtete. Seine zahlreichen deutsch-böhmischen Bekanntschaften verhalfen ihm zu guten Kontakten in die tschechoslowakischen Strukturen der Sozialdemokraten, sodass er sich schnell in die Netzwerke der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) integrieren konnte. Bereits im ersten Jahr im Exil nahm er seine journalistische Tätigkeit als Redakteur für den Sozialdemokraten. , die Tribüne. und das Illustrierte Volksecho. auf und veröffentlichte unter anderem eine der ersten Analysen zur Machtübernahme der Nationalsozialisten:, „Selbstmord einer Demokratie“. Ab 1935 war er Sekretär der tschechoslowakischen Vereinigung für Recht und Freiheit „Pro právo a svobodu“, die über die Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen der Nationalsozialisten aufklärte und diese dokumentierte. In diesem Rahmen publizierte er auch eine Dokumentation über die deutsche Jugend zwischen NS-Ideologie und Wiederstand. 1938 sah er sich aufgrund des steigenden Drucks in der Tschechoslowakei gezwungen weiter zu emigrieren und schlug seinen Weg über Norwegen (1938/39) nach Schweden (ab 1940) ein. Nach Kriegsende kehrte er nicht nach Deutschland zurück und verstarb im Februar 1954 in Stockholm.

Die Historiker Mike Schmeitzner über Otto Friedländer:

Englische Untertitel

 

Autor: Lea Calmano

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