Shromaždiště

Sammellager

Period1939-1945
ThemaHolokaust

In den Holzbaracken des Radiomarkts auf dem Neuen Ausstellungsgelände der Prager Mustermessen wurde 1941 ein Sammellager für jüdische Bewohner eingerichtet. Menschen, die eine Einberufung zum Transport hatten, mussten sich mit fünfzig Kilogramm ihrer Habe am Tor des Neuen Ausstellungsgeländes einfinden. Oftmals konnten Prager die langen Menschenschlangen sehen, die vom Toreingang um den Messepalast herum bis zur Heřmanova-Straße. reichten. Hinter den Toren des Neuen Ausstellungsgeländes mussten sie unterschreiben, dass sie jegliches Eigentum übereignen und mussten Versicherungsverträge, Schmuck und Wohnungsschlüssel abgeben. Sie wurden in einer der Holzbaracken mit Betonfußboden untergebracht, wo sie in der Regel drei Tage verbrachten und dann am frühen Morgen über die Veletržní-Straße zum Bahnhof Bubny liefen. Dort bestiegen sie bereitstehende Personenzüge. Während des Zweiten Weltkriegs stiegen hier fast fünfzigtausend Menschen ein.

Eine der Zeitzeuginnen, Marta Peková, erinnert sich, wie sie mit ihrer kleinen Tochter zum Sammelplatz ging:

Als ich zum Eingang des Radiopalastes einbog, schaute ich mich zum letzten Mal um, um mich von der Freiheit zu verabschieden, auch wenn sie schon recht eingeschränkt war. Da sah ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang der Mauer meine ganze Familie stehen: Vater, Mutter, die Brüder und die Schwester, sie standen dort wie lebendige Säulen, schauten zu uns und ich sah, wie alle weinten. In diesem Augenblick traten auch mir Tränen in die Augen. Welche Ironie: Alena und ich, die sie beweinten, überlebten, aber von ihnen, die mit einem späteren Transport weggebracht wurden, kehrte niemand zurück!

Tento text vychází z materiálů shromážděných při přípravě vzdělávacího projektu Paměť města – prostorový průvodce po Praze 7, který realizuje obecně prospěšná společnost Památník Šoa Praha. Průvodce bude veřejnosti představen během jara roku 2015.

Die gemeinnützige Gesellschaft Památník Šoa Praha initiierte die Umwandlung des Bahnhofs Bubny in einen modernen Raum für den öffentlichen Dialog über die Schoah in uns als ein Stigma der heutigen Zeit. Zurzeit beschäftigt sie sich vor allem mit der Umsetzung des Umbaus und mit der Erarbeitung eines Konzepts für eine Dauerausstellung in der künftigen GEDENKSTÄTTE DER STILLE. Sie veranstaltet zugleich Ausstellungen und saisongebundene Aktivitäten zur Förderung der Entstehung der Gedenkstätte und bereitet Bildungsprojekte vor.

www.bubny.org

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