Der Deutsche Fußballclub Prag

Der Deutsche Fußballclub Prag

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1896 entstand aus der Fußballabteilung des Vereins Regatta Prag der eigenständige Deutsche Fußballclub Prag. Dieser war ein Klub der Deutschen Prags und vor allem Fußballheimat der deutschsprachigen Juden der Stadt.

Der Klub war Gründungsmitglied des Deutschen Fußballbundes und zum ersten Präsidenten des Verbandes wurde der Präsident des DFC Hueppe gewählt. Ein erstes aufsehenerregendes Resultat erzielte der Klub 1900, als das frisch gegründete Bayern München mit 8:0 nach Hause geschickt wurde. 1903 nahm der DFC an der Ersten Deutschen Fußballmeisterschaft teil und zog kampflos in das Finale von Hamburg-Altona ein, wo man dem VfB Leipzig mit 2:7 unterlag. In der Folge durfte der Klub nur noch in Österreich-Ungarn spielen und gehörte zu einer der stärksten Mannschaften der Doppelmonarchie.

Nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik spielte der Klub vorrangig im Wettbewerb des Deutschen Fußballverbandes, spielte dann aber auch in der höchsten tschechoslowakischen Liga. 1931 und 1933 wurde der DFC Amateurmeister des Landes. Eine Reihe der DFC-Spieler absolvierte Länderspiele für die tschechoslowakische Nationalmannschaft.

Ab Mitte der 30er Jahre geriet die deutsche Minderheit Prags zusehends unter den Einfluss der Nationalsozialisten. Für den DFC Prag mit seinem starken Anteil an jüdischen Sportlern und Funktionären bedeutete dies eine große Bedrohung. Letztlich stellte der Klub seine Spieltätigkeit wenige Tage nach dem Münchener Abkommen 1938 ein. Neu gegründet wurde der Klub erst 2016.

 

Autor: Thomas Oellermann

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